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Interview: Rückbildungs- & Schwangerengymnastik

Tipps & Erfahrungen von Meike (41)

Die Rückbildung mache ich (aktuell noch) bei den Kiezhebammen: Mir gefällt sie sehr gut, weil ich Übungen gezeigt bekomme, die sowohl den Beckenboden als auch die Bauchmuskulatur schonend wieder stärken. An der Umsetzung im Alltag hapert es natürlich, aber es wird langsam bessser. Ich habe mich für einen Kurs entschieden, bei dem die Babys mitgebracht werden können. Das finde ich sehr schön, weil ich dadurch zusätzlich Anreize bekomme, Übungen mit meiner Tochter zu machen.

Hast du schon vor deiner Schwangerschaft Sport gemacht?

Das Fahrrad gehört zu meinem Alltag und bringt mich von A nach B, so dass ich täglich 15-20 km gefahren bin, außerdem habe ich regelmäßig Yoga gemacht: einmal die Woche im Studio plus zusätzlich noch 2-3 mal die Woche zu Hause. Im Sommer schwimme ich am Wochenende viel im See.

Wie hast du dich während der Schwangerschaft fit gehalten?

Ich habe trotz meines Alters – 41 Jahre – keine Schwangerschaftsgymnastik gemacht, sondern das „normale Programm“ fortgeführt – alles ein wenig achtsamer und bestimmte Bewegungen auslassend, aber grundsätzlich habe ich so weiter gemacht wie vor der Schwangerschaft. Auch Fahrradfahren konnte ich bis zum Tag vor der Entbindung.

Welche Übungen und welche physischen Alltagsherausforderungen sind dir während der Schwangerschaft besonders schwer gefallen?

Ich bin nicht gerne gelaufen während der Schwangerschaft, dabei zog es schnell im Rücken oder in den Hüften. Drehbewegungen und natürlich alle Bauchmuskelübungen waren tabu beim Yoga, ebenso wildes Kopfsteinpflaster beim Radfahren. Mein Fahrrad habe ich mir umbauen lassen, so dass ich aufrechter sitzen konnte.

Wie hat sich die Schwangerschaft auf dein Körpergefühl und physisches Wohlbefinden ausgewirkt?

Ich hatte großes Glück mit meiner Schwangerschaft, da ich von Übelkeit und sonstigem Unbehagen verschont geblieben bin. Meine Tochter wurde im Juni geboren, so dass ich auch nicht durch große Hitzephasen musste. Ich empfand die Schwangerschaft eher als positiv: Haut und Haare sind toll, das viel besagte „Strahlen“ kommt tatsächlich. Erst zum Ende hin – mit 15 kg mehr auf der Waage – wurden alle Wege beschwerlicher und auch die Nächte (nur auf der Seite schlafend) waren dann etwas kürzer.

Wann hattest du das Bedürfnis, (wieder) mit Sport loslegen zu wollen? Und wann hast du mit der Rückbildungsgymnastik begonnen?

Meine Hebamme hat mir bereits drei Wochen nach der Geburt kleine Übungen gezeigt, die ich im Liegen ausführen konnte, um meinen Beckenboden wieder langsam zu beanspruchen. Mit der Rückbildungsgymnastik habe ich erst drei Monate nach der Geburt angefangen – weil ich vorher keinen Platz in einem Kurs in der Nähe gefunden habe. Die Rückbildung mache ich (aktuell noch) bei den Kiezhebammen: Mir gefällt sie sehr gut, weil ich Übungen gezeigt bekomme, die sowohl den Beckenboden als auch die Bauchmuskulatur schonend wieder stärken. An der Umsetzung im Alltag hapert es natürlich, aber es wird langsam bessser. Ich habe mich für einen Kurs entschieden, bei dem die Babys mitgebracht werden können. Das finde ich sehr schön, weil ich dadurch zusätzlich Anreize bekomme, Übungen mit meiner Tochter zu machen.

Hast du das Gefühl, mit der Rückbildungsgymnastik „genug“ für dich zu tun? Oder nutzt du ergänzende Sport-Angebote?

Der eine Kurs in der Woche reicht ganz sicher nicht, um nach der Schwangerschaft den Körper wieder fit zu bekommen, da muss schon auch noch Bewegung im Alltag dazu kommen. Ich versuche täglich, einige Übungen zu Hause zu machen und gehe bereits auch wieder zum Yoga – allerdings noch unregelmäßig, je nachdem, ob ich meine Tochter woanders lassen kann. Fahrrad fahre ich bereits wieder – körperlich ist das kein Problem, eher ein organisatorisches (Wo ist meine Tochter in der Zeit? Bei mir im Tragesack? In einem Fahrradanhänger?).

Welche Tipps kannst du anderen Frauen im Hinblick auf Schwangerschaftsgymnastik geben?

Wer vor der Schwangerschaft Sport getrieben hat, sollte diesen fortführen – aber bitte vorher informieren, welche Bewegungen und Übungen tabu sind. Ansonsten würde ich viel Alltagsbewegung empfehlen, also Laufen im Sinne von Spazierengehen, Fahrradfahren, wenn das geht und vielleicht auch doch noch Treppen benutzen, so lange es geht. Ich selbst habe mich vor der Geburt nicht mit dem Thema Rückbildung beschäftigt, weil ich einen Schritt nach dem anderen tun wollte. Dadurch bin ich erst spät in einen Kurs gekommen, vielleicht ist es besser, sich da vorher drum zu kümmern.

 

 

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