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„Mein Glücks-Workout“

Fitnessexpertin NINA WINKLER im E-Interview

Glück gehabt? Wohl kaum. „Persönliches Glück ist kein Zufall“ lautet die Devise von Nina Winkler. Die Fitnessexpertin gibt in ihrem neuen Ratgeber „Mein Glücks-Workout“ Tipps für die ideale Balance von Body, Mind & Soul als Fundament für ein gesünderes, fitteres und zufriedeneres Leben.

© Justin Healy
© Justin Healy

Nina Winkler…
…ist nicht nur Glücks-, sondern vor allem Fitnessexpertin. Ob Bauch-Beine-Po, Fatburning oder Yoga – ihre Workout-Tipps veröffentlicht sie sowohl in der klassischen Ratgeber-Variante in den „Shape Secrets“ als auch auf ihrem bunten Blog ninawinkler.de. Ihr persönlicher Fitness-Trainer ist Sohn James (5 Jahre), der sie gelehrt hat, das „der frühe Vogel“ ganz besonders fit ist.

Von der Fitness zum großen Glück?

Sie haben schon eine ganze Reihe vom Fitnessratgebern veröffentlicht. Bei Ihrem neuen Buch „Mein Glücks-Workout: In 4 Wochen fitter, gesünder und zufriedener“ geht’s zum ersten Mal (explizit) um mehr als körperliche Fitness. Wie kam’s dazu?

„Mein Glücksworkout“ ist ein absolutes Herzensthema, was ich mir von der Seele geschrieben habe: Ich bin der Meinung, dass ein glückliches Leben wesentlich leichter möglich ist, wenn Körper, Geist und Seele gesund und in Balance sind. Umgekehrt ist für mich auch körperliche Fitness und Bestleistung nur möglich, wenn ich glücklich und zufrieden bin. Dabei spielt für mich die Bewegung, aber auch die Geisteshaltung eine große Rolle. Und natürlich die Ernährung. Aber das erklären Sie mal einem Verleger: Es hat einfach eine Weile gedauert, bis die Zeit für dieses Buch reif war. Glücklicherweise ist mein Verlag sehr offen für neue Wege und unkonventionelle Ideen und hat diesen Titel gut gefunden und veröffentlicht.

In welcher Weise sind Fitness, Gesundheit und Zufriedenheit aus Ihrer Sicht verknüpft? Und welcher der Begriffe bzw. welches Wohlbefinden hat für Sie persönlich die größte Bedeutung?

Mens sana in corpore sano: Ein gesunder Geist ruht in einem gesunden Körper. Anders gesagt: Ohne Gesundheit ist alles nichts. Das merkt man leider meistens erst, wenn man krank wird. Zuerst verbringt man sein Leben damit, Geld zu machen und vernachlässigt die Gesundheit. Dann gibt man das ganze Geld dafür aus, um wieder gesund zu werden. Ich wollte mit meinem Buch Bewusstsein schaffen für das Recht eines jeden auf Glück und Gesundheit. Das Recht hat man von Anfang an und wer sich darum bemüht, wird schnell Erfolge bemerken. Ein glücklicheres Grundgefühl bekommen, zufriedener sein. Weniger Schwankungen im Gefühlsleben haben, ausgeglichener und bewusster sein. Das ist auch mein persönliches Ziel: Die Hochs und Tiefs des Lebens weniger hoch, weniger tief zu halten – und eine gleichförmige, glückliche Grundstimmung zu erreichen und zu halten.

…den Körper glücklich machen

Mit Ihrer Neuerscheinung versprechen Sie der Leserschaft, Glück sei über die Balance von Body, Mind & Soul zu erreichen. Ihr inhaltlicher Fokus liegt dann aber darauf, „den Körper glücklich zu machen“. Wo bleiben da „Soul & Mind“?

Wenn der Körper gesund ist, können Sie viel leichter an Geist und Seele arbeiten. Dann lenkt nichts ab, kein Schmerz und kein Leid zwingt einen zu bestimmten Rückschlüssen, man kann also selbstbestimmt auf seinem Glücksweg voranschreiten und happy werden. Der Körper ist für mich ein Instrument, über das wir Zugang zu den anderen Ebenen unseres Seins bekommen. Wir haben unsere Seele in ihm beheimatet und es wohnt ihm unser Geist inne. Alle drei Elemente gehören zusammen und keines davon ist unwichtiger als das andere. Leider haben viele Menschen den Kontakt zu sich selber verloren und reduzieren sich entweder auf den Geist, auf das Logische, auf ihre Form der Realität und sind Gefangene des Hamsterrades. Oder aber sie verkrümeln sich in ihre Seele, heben ab und verlieren die Bodenhaftung, werden zu Lichtarbeitern und sogenannten Esotanten. Und die ganz Körperlichen unter uns haben sich dem Körper verschrieben, nehmen weder ihren Geist noch ihre Seele wirklich wahr und kasteien sich mit wasauchimmer. Das ist alles für sich genommen nicht die heilige Dreifaltigkeit, die der liebe Gott uns beibringen will. Der Körper gehört dazu, aber er kann auch nicht ohne Geist und Seele richtig funktioniere. Das ist mein Ansatz: Den Leser erden und ein Bewusstsein für den Körper schaffen. Dann die Flügel dran schrauben und dem Geist klar machen, dass die Seele fliegen will. So wird Glück erlebbar.

Die von Ihnen vorgestellten Workouts bestehen im Wesentlichen aus Yoga- , Haltungs- und Atemübungen sowie aus Meditation und Entspannung. Werden Sie damit auch Menschen mit einem „dynamischeren“ Fitnessbedürfnis gerecht?

Die im Buch gezeigten Übungen zielen nicht darauf ab, Sie auf den New-York-Marathon oder Olympia vorzubereiten. Es geht darum, die beschriebenen Denkprozesse zu unterstützen und mehr Körperbewusstsein zu schaffen. Fitness wird hier in einer ganz anderen, viel tiefer gehenden Qualität angeregt. Die gezeigten Übungen sollen die unterschiedlichen Werkzeuge der Körperlichkeit aufzeigen: Man kann sich ja mit einer Meditation genauso entspannen wie bei einer Cardio-Box-Einheit. Allerdings fällt die Meditation nach einer Stunde Sport leichter und genauso ist die Entspannung beim Boxen besser und tiefgreifender, wenn man Mentaltechniken hinzuzieht. Alles ist eins: Die Methoden ergänzen und befruchten einander und genau das möchte ich auch deutlich machen. Für mich gibt es nicht den Sportler „Typ Läfer“ oder die klassische Yogatante: Alle Sportarten haben ihre Berechtigung, aber man sollte genau hinsehen. Warum hat man so einen Widerstand gegen intensives Schwitzen? Warum belächelt man das Stillsitzen bei der Meditation? Die größten Widerstände zeigen uns die größten eigenen Bedürfnisse auf; es ist wirklich interessant, die eigene Psyche zu hinterfragen.

Vom 4-Wochen-Plan zum nachhaltigen Glück

Sie raten Ihren Lesern, ein „Tagebuch zum Glück“ zu führen. Was soll darin wie und warum festgehalten werden?

Wenn Sie täglich aufschreiben, was Sie glücklich macht, wofür Sie dankbar sind und warum das Leben schön ist, dann finden Veränderungen in Ihrer Denkweise statt. Sie programmieren Ihren Fokus auf die positiven Dinge im Leben und nach dem Gesetz der Anziehung werden Sie dann auch all das Positive in Ihr Leben ziehen und schöne Erlebnisse haben. Sie schaffen ja Ihre eigene Realität jeden Tag aufs Neue und wenn Sie sich irgendwann dazu entscheiden, das Leben mit anderen Augen zu betrachten, dann wird sich nicht nur Ihre Wahrnehmung, sondern auch Ihr Alltag und Ihr Leben wandeln. Glück und Dankbarkeit, Demut hängen unmittelbar zusammen.

Wieviel „Glücklichsein“ erreicht man mit Ihrem „4-Wochenplan“? Und (wie) kann man dem Glückspfad später allein folgen?

Glück ist nicht messbar. Mir ist daran gelegen, eine Veränderung im Denken anzustoßen. Es ist wie beim Film Matrix, in dem der Hauptdarsteller wählen muss: Weiterhin in der Illusion leben, dass man nichts ändern kann – oder aber Eigenverantwortung übernehmen und das eigene Leben, das eigene Glück, den eigenen Weg selber gestalten? Wer einmal Blut geleckt hat, wird sicher nicht mehr umkehren. Es gibt natürlich Phasen, in denen man sich schneller oder langsamer bewegt und verändert. Das ist alles okay, nur den Stillstand sollte man vermeiden.

Wieviel Zeit braucht Glück?

Der Zeitfaktor spielt – zusammen mit dem „inneren Schweinehund“ – bei vielen eine entscheidende Rolle beim Nicht-Umsetzen gesundheitlicher Ziele. Wie unterstützen Sie Ihre Leserschaft, diese Hürden zu überwinden?

Gesundheit hängt stark von der inneren Überzeugung ab. Meinen Sie, ich stehe gerne um 4:30 morgens auf, um zum Yoga zu gehen? Ich mache es aber, weil ich weiß, dass der Preis geringer ist als der, den ich zu bezahlen habe, wenn ich es nicht mache. Verstehen Sie? Die Prioritäten sitzen im Kopf, in Ihrem wie in meinem sind das unterschiedliche. Aber jeder hat es in der Hand, sich zu verändern. Es muss ja nicht 4:30 sein, aber das Prinzip „Ich bin mir wichtig und ich nehme mir diese Zeit“ kann jeder umsetzen – wenn er oder sie sich selber lieben lernt. Das wünsche ich meinen Lesern dann auch: Selbstliebe und viel Glück auf der eigenen Reise zu sich selbst.

Wie schaffen Sie sich – trotz Ihrer diversen Veröffentlichungen und anderen beruflichen und familiären Verpflichtungen – im Alltag selbst ausreichend Freiraum, um fit zu bleiben?

Das geht nur mit der entsprechenden Unterstützung von Partner und Familie. Ich stehe zweimal die Woche sehr früh auf, um Yoga zu üben und gerade lernt mein Sohn Radfahren, um mich beim Joggen begleiten zu können. Als er noch kleiner war, habe ich viel mit meinen eigenen Fitness-DVDs daheim geübt. Vom regelmäßigen Meditieren lasse ich mich auch nicht mehr abhalten: Das gehört mittlerweile einfach dazu wie das Zähneputzen.

Vom Pech- zum Glück-Haben

Ihr Ratgeber basiert auf einer individuellen Glücks-Definition. Worin besteht die Quintessenz Ihrer persönlichen Glücksformel?

Man braucht den Schmerz und das Leid so lange, bis man merkt, dass man beides nicht braucht. Glücklich sein ist für mich keine Frage des Habens oder Nichthabens, sondern reine Einstellungssache. Jeder kann glücklich sein, sofort. Was nicht bedeutet, dass es einfach ist: Wir alle haben unser Päckchen zu tragen und sind gefordert, uns mit uns selber auseinanderzusetzen.

Und haben Sie abschließend – neben Ihrer Buch-Empfehlung – noch einen Tipp für alle, die meinen, sie würden immer wieder „vom Pech verfolgt“?

Raus aus der Selbstmitleids-Falle! Im Englischen gibt es ein Sprichwort: Wenn man auf jemanden zeigt, zeigen drei Finger auf einen selbst zurück (die der eigenen eingeklappten Hand nämlich). Das ist ein schönes Bild und man muss sich eingestehen, dass nichts „einfach so passiert“. Wer selbst Verantwortung übernimmt und nicht auf Veränderungen wartet, wird schnelleres inneres Wachstum erleben, als er sich vorstellen kann. Also nicht jammern, dass Job, Mann, Wohnort so schrecklich sind, sondern handeln! Meistens ist auch die Handlung gar nicht das Wichtige, sondern die Erkenntnis daraus: Warum ziehe ich diese Art Menschen an, warum lasse ich mich immer wieder ausbeuten oder schlecht behandeln? Aber mit dem Signal „Bis hier und nicht weiter!“ steht man zu sich, zeigt Selbstachtung. Das ist ein sehr wichtiger Schritt – zu sich selbst, hin zum eigenen Glück.

Vielen Dank für das Interview!

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